In Malagas Stadtteil Palma-Palmilla sind fast 450 Haushalte seit mehreren Tagen ohne Strom. Der Energieversorger Endesa hatte im Juli 2023 im Rahmen einer Kontrollaktion zahlreiche illegale Stromanschlüsse entdeckt und daraufhin die Versorgung dieser Haushalte unterbrochen. Die Maßnahme erfolgte ohne Vorankündigung und wird mit dem Ziel begründet, Brandgefahr und weitere Sicherheitsrisiken zu verhindern. Die Abschaltungen betreffen insbesondere Straßen wie Calle Cabriel, Calle Eume und Calle Concejal Pedro Ruz García.
Die Inspektionen von Endesa zusammen mit der Nationalpolizei zeigten, dass rund 78 Prozent der überprüften Stromanschlüsse illegal waren. Die Manipulation der Stromnetze stellt eine erhebliche Gefahr dar, da sie die Sicherheitsvorkehrungen im Elektrobereich umgeht, was zu erhöhter Brandgefahr und Stromunfällen führen kann. Techniker fanden zudem, dass in einigen Fällen zuvor abgeschaltete Anschlüsse von Dritten wieder illegal verbunden wurden.
Bewohner des Viertels reagieren mit großer Sorge und kritisieren das Vorgehen von Endesa als zu abrupt und ohne ausreichende Information. Viele Familien fühlen sich durch die Stromausfälle mitten im Sommer, während einer Hitzewelle, besonders belastet. Kinder, ältere Menschen und kranke Bewohner sind in ihrer Gesundheit gefährdet, da sie ohne Kühlung oder notwendige elektrische Geräte auskommen müssen. Soziale Organisationen und lokale Vertreter fordern deshalb dringend Lösungen und eine bessere Abstimmung bei künftigen Maßnahmen.
Carlos Torres, Koordinator eines Gemeinschaftsprogramms in Palma-Palmilla, weist darauf hin, dass illegale Stromanschlüsse im Viertel lange als normal galten, da es keine spürbaren Konsequenzen gab. Er kritisiert, dass auch Haushalte mit legalen Stromverträgen von den Abschaltungen betroffen sind, weil Nachbarn mit illegalem Anschluss sich oft an deren Zähler angeschlossen haben. Dies führt dazu, dass rechtmäßige Verbraucher ebenfalls ohne Strom dastehen.
Endesa arbeitet weiterhin mit der Polizei zusammen, um die Sicherheit der Stromversorgung wiederherzustellen, und bittet die Bevölkerung, illegale Anschlüsse anonym zu melden. Die Situation wird durch fehlende Wohnungseigentümergemeinschaften erschwert, die normalerweise bei der Organisation und Verwaltung der Stromversorgung helfen könnten. In einigen Häusern hat Endesa sogar die Leitungen entfernt, um weitere illegale Verbindungen zu verhindern.
Die Stromabschaltung in Palma-Palmilla bleibt vorerst bestehen, da Endesa die Leitungen neu konfiguriert, um die Versorgung zu stabilisieren. Die betroffenen Bewohner warten auf eine Rückkehr der Stromversorgung und auf Unterstützung bei der Regulierung ihrer Anschlüsse. Die Lage verdeutlicht die schwierige Balance zwischen Sicherheitsmaßnahmen und sozialen Folgen in einem dicht besiedelten, wirtschaftlich benachteiligten Stadtteil von Malaga.
Quelle: surinenglish.com
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