Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Hitzeperioden sind in Spanien 2025 deutlich spürbar: Die Bruttoinlandsprodukt (BIP)-Leistung des Landes sank um 1,4 Prozent, wie eine Untersuchung von Allianz Research zeigt. Diese Entwicklung ist vor allem auf Produktivitätsverluste, Schäden an Eigentum sowie Belastungen der Infrastruktur zurückzuführen. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt, der mit 0,5 Prozent deutlich geringer ausfällt, trifft Spanien die Hitze besonders hart. Neben der Hitze stellt auch die anhaltende Trockenheit ein ernstzunehmendes Problem dar. Daten des Ministeriums für Ökologische Transition zeigen, dass der Juli 2025 mit einer Durchschnittstemperatur von 25,7 Grad Celsius der heißeste und zugleich trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen war. Das entspricht einem Temperaturanstieg von 2,6 Grad gegenüber dem Referenzzeitraum 1991 bis 2020.
Die Folgen der Trockenheit sind wirtschaftlich gravierend: Zwischen 2015 und 2018 verursachte die Dürre in Europa Kosten in Höhe von rund 439 Milliarden Euro, wobei Südeuropa besonders stark betroffen war. Studien eines italienischen Thinktanks beziffern den Rückgang des Pro-Kopf-BIP in der EU durch diese Dürreperiode auf 2,72 Prozent. Sollte die globale Durchschnittstemperatur um zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau steigen, könnten die wirtschaftlichen Verluste in Spanien auf bis zu 7,7 Prozent des BIP ansteigen, was weit über den aktuellen Werten liegt. Auch andere südeuropäische Länder wie Griechenland, Portugal und Albanien müssten mit deutlich höheren Einbußen rechnen.
Die Auswirkungen der Hitze und Trockenheit sind sektoral unterschiedlich. Besonders die Landwirtschaft verzeichnet kurzfristige Verluste, kann sich jedoch innerhalb weniger Jahre durch Anpassungen erholen. Im Gegensatz dazu sind die Industrie und der Bausektor langfristig besonders betroffen, da Investitionen häufig zurückgestellt oder reduziert werden, was die wirtschaftliche Erholung verzögert. Zusätzlich zu Hitze und Dürre verursachen weitere extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Waldbrände sowohl menschliches Leid als auch erhebliche wirtschaftliche Schäden. Seit 2005 summieren sich die Kosten für Naturkatastrophen in Spanien auf etwa 65 Milliarden Euro, darunter Schäden durch Überschwemmungen wie die schwere DANA-Flut in Valencia 2024 sowie Waldbrände und die Corona-Pandemie.
Die Prognosen für die Zukunft sind alarmierend: Über einen Zeitraum von 30 Jahren könnten klimabedingte Risiken in Spanien Kosten zwischen 3,8 und 6,8 Prozent des BIP verursachen. Länder mit bereits hohen Durchschnittstemperaturen, zu denen Spanien zählt, sind besonders anfällig für chronische physische Risiken. Angesichts dieser Entwicklungen müssen Politik und Wirtschaft Strategien zur Anpassung und Risikominderung weiter vorantreiben, um die wirtschaftlichen Schäden künftig zu begrenzen und die Resilienz insbesondere der sensiblen Sektoren zu stärken.
Quelle: surinenglish.com
Zum Original