In den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstags hat ein Erdbeben der Magnitude 5 die Stadt Granada und umliegende Gebiete in der Metropolregion erschüttert. Das Epizentrum lag in der Gemeinde Alhendín. Trotz der starken Erschütterungen wurden bislang keine Personenschäden gemeldet. Das Beben ereignete sich exakt um 1:04 Uhr nachts und wurde in einer Tiefe von zunächst zwei, später zehn Kilometern registriert. Die geographischen Koordinaten des Epizentrums liegen bei 37,1147 Grad nördlicher Breite und -3,6618 Grad westlicher Länge. Neben Granada war das Beben auch in den Provinzen Málaga, Jaén und Córdoba deutlich spürbar. Darüber hinaus meldeten Menschen das Erdbeben auch aus den Regionen Murcia, Castilla-La Mancha, der Gemeinschaft Madrid sowie Extremadura. Insgesamt wurde das Beben nach Angaben des Instituto Geográfico Nacional (IGN) in mehr als 200 Gemeinden in fünf autonomen Gemeinschaften wahrgenommen, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität.
Unmittelbar vor dem Hauptbeben gab es bereits ein kleineres Erdbeben der Stärke 3,7 mit Epizentrum in La Zubia, das etwa sieben Stunden früher stattfand. Nach dem Hauptbeben folgten mehrere Nachbeben mit Magnituden zwischen 1,6 und 2,6, die in Gemeinden wie Ogíjares, La Zubia, Otura, Gójar, Churriana de la Vega, Armilla und Alhendín lokalisiert wurden. Diese Nachbeben führten zu mehr als 200 Notrufen. Dabei wurden kleinere Sachschäden gemeldet, darunter Risse in Mauern, herabfallende Gebäudeteile wie Gesimse und Mauerreste sowie weitere Beschädigungen an Gebäuden. Verletzte oder Todesopfer wurden nicht verzeichnet.
Die Behörden reagierten schnell: Der andalusische Präsident bezeichnete die Nacht als eine Zeit großer Beunruhigung und rief zur Ruhe auf, insbesondere im Hinblick auf mögliche Gefahren durch instabile Gebäudeteile. Der andalusische Minister für Präsidentschaft, Gesundheit und Notfälle aktivierte den Notfallplan für seismische Risiken in der Region Andalusien und setzte die operative Stufe 1 in Gang. Die Serie von Erdbeben, die alle auf eine gemeinsame tektonische Störung zurückzuführen sind, erinnert an das sogenannte seismische Schwarmereignis in der Vega de Granada im Januar 2021. Damals wurde ebenfalls ein Notfallplan aktiviert, der über drei Monate hinweg mehr als 1.600 Meldungen im Zusammenhang mit Erdbeben verwaltete.
Für die Bevölkerung in Granada und den angrenzenden Provinzen bedeutet das aktuelle Ereignis eine erhöhte Aufmerksamkeit für mögliche weitere Erdstöße und Gebäudeschäden. Die Behörden empfehlen, beschädigte Fassaden und Gesimse zu meiden und bei sichtbaren Rissen oder anderen Anzeichen von Gebäudeschäden vorsichtig zu sein. Die Situation wird weiterhin vom Instituto Geográfico Nacional und den regionalen Notfallstellen genau beobachtet, um auf weitere Erdbeben umgehend reagieren zu können.
Quelle: 20minutos.es
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