Netzwerk von Scheinfirmen in Málaga zerschlagen – fast 389.000 Euro an Arbeitslosengeld missbräuchlich bezogen

Netzwerk von Scheinfirmen in Málaga zerschlagen – fast 389.000 Euro an Arbeitslosengeld missbräuchlich bezogen

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Costa del Sol Nachrichten

16 August, 2026

In der Provinz Málaga hat das Provinzgericht sechs Personen verurteilt, die ein Netzwerk von Scheinfirmen betrieben haben, um fast 389.000 Euro an Arbeitslosengeld zu erschleichen. Die Angeklagten hatten fingierte Arbeitsverhältnisse geschaffen, um Beschäftigten den Zugang zu staatlichen Unterstützungsleistungen zu ermöglichen, obwohl keine echte Beschäftigung stattfand. Die beiden Hauptorganisatoren wurden jeweils zu zwei Jahren Haft verurteilt, nachdem alle Angeklagten ihre Beteiligung an dem Betrug eingeräumt hatten.

Die Firmen, die überwiegend im Transport- und Liefersektor tätig sein sollten, existierten oft nur auf dem Papier. So verfügte die erste Firma, die ab Ende 2016 von einem Privathaushalt in Málaga aus agierte, weder über Betriebsstätten noch über einen Fuhrpark. Steuerunterlagen zeigten Aktivität lediglich in einem Jahr, obwohl weiterhin zahlreiche Mitarbeiter dort gemeldet waren. Auch fehlten Rechnungen und Geschäftsvorfälle, die der Anzahl der eingetragenen Beschäftigten entsprochen hätten. Zudem entstanden hohe Schulden bei der Sozialversicherung und beim Finanzamt.

Die gefälschten Arbeitsverträge ermöglichten unterschiedlich hohe Leistungen, von mehreren Tausend Euro bis hin zu kleineren Summen. Einige als Beschäftigte Eingetragene beantragten jedoch überhaupt keine Leistungen. Das Gericht bezeichnete die Praxis als „absolute Simulation nicht vorhandener Arbeitsverhältnisse“ und stellte fest, dass zum Teil Verträge gegen Zahlung arrangiert wurden.

Das betrügerische Modell zog sich durch mehrere Firmen, die in unterschiedlichen Jahren gegründet wurden. Eine weitere Gesellschaft, die 2017 entstand, hatte nahezu leere Bankkonten und keine Rechnungen vorzuweisen, sammelte aber Sozialversicherungs- und Steuerverbindlichkeiten in fünfstelliger Höhe an. Auch eine 2018 gegründete Firma mit etwa 50 eingetragenen Mitarbeitern zeigte keinerlei echte Geschäftstätigkeit, was die Fiktionalität der Beschäftigungsverhältnisse bestätigte.

Bis 2020 setzte sich die Masche fort, unter anderem mit einer Firma, die von einem 28-jährigen Betreiber aus Arriate geführt wurde. Trotz nur 240 Tagen eigener Sozialversicherungsbeiträge war er Arbeitgeber von 36 Beschäftigten. Das Unternehmen verfügte lediglich über ein unversichertes Fahrzeug und wies kaum Einnahmen aus. Die Arbeitsaufsicht erklärte das Unternehmen als fiktiv und strich es 2020 aus dem Register.

Die Verurteilungen umfassen Haftstrafen zwischen 18 Monaten und zwei Jahren, die jedoch unter Auflagen ausgesetzt wurden. Zusätzlich wurden den Haupttätern Sperren für den Bezug von Subventionen und Sozialleistungen von bis zu vier Jahren auferlegt. Die Angeklagten müssen zudem Schadensersatz an die Sozialbehörde SEPE leisten. Die Urteile sind rechtskräftig und nicht anfechtbar.

Für Einwohner, Urlauber und Auswanderer an der Costa del Sol bedeutet der Fall, dass die Behörden weiterhin gegen betrügerische Machenschaften vorgehen, die das Sozialsystem belasten. Die Aufdeckung solcher Netzwerke schützt die Legitimität staatlicher Leistungen und sorgt für gerechtere Bedingungen am Arbeitsmarkt. Fahrer und Arbeitnehmer sollten sich bewusst sein, dass Scheinarbeitsverhältnisse nicht nur strafrechtliche Folgen haben, sondern auch keinen echten Schutz bieten. Die Ermittlungen und Kontrollen in Málaga zeigen, dass die Behörden wachsam bleiben und auch künftig gegen solche Missbräuche vorgehen werden.

Quelle: surinenglish.com
Zum Original

[kn_news_related_smart island_limit="2" kan_limit="2" wrapper_class="ort-news" item_class="kn-item"]

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken

Costa del Sol Nachrichten
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.