Nach einer Besichtigung der Messe im Zentrum von Málaga hat Manuel Gavira, der andalusische Regionalminister für Tourismus, in einer Pressekonferenz klargestellt, dass seine Regierung eine Tourismussteuer in der Region nicht einführen wird. Mehrere Bürgermeister andalusischer Provinzhauptstädte, darunter auch der Bürgermeister von Málaga, hatten eine solche Steuer gefordert, doch Gavira ist überzeugt, dass diese Maßnahme die Finanzierungsprobleme der touristisch stark frequentierten Gemeinden nicht lösen würde. Stattdessen plädiert er für einen kreativeren Ansatz und fordert die spanische Regierung auf, das Finanzierungsmodell so zu ändern, dass kommunale Gebietskörperschaften mit hohem Besucheraufkommen besser unterstützt werden.
Gavira unterstrich, dass Andalusier nicht durch eine zusätzliche Steuer belastet werden sollten, die sie faktisch wie Auswärtige in ihrer eigenen Region fühlen lässt. Er wies darauf hin, dass der Großteil des Inlandstourismus in Andalusien von Einheimischen selbst stammt und stellte die Frage, ob diese mehr Steuern zahlen sollen – was seine Antwort klar verneint. Er fordert zunächst eine Analyse der aktuellen Verwaltung und der Finanzierung der Kommunen, die besonders viele Touristen empfangen, um dann Lösungen zu finden, die auf diese speziellen Belastungen abgestimmt sind.
Der Minister äußerte Zweifel daran, dass die in anderen Teilen Spaniens erhobenen Tourismussteuern tatsächlich zu einer Verbesserung der öffentlichen Dienstleistungen führen, da deren Verwendung oft nicht transparent sei. Gleichzeitig verteidigte er den Tourismussektor gegen ideologische Angriffe, die ihn für Probleme wie die Wohnraumkrise verantwortlich machen. Er machte deutlich, dass diese Herausforderungen auf Versäumnisse der Politiker in den letzten Jahren zurückzuführen seien und nicht auf den Tourismus. Als Lösung für die Wohnungsnot sieht er vor allem die Liberalisierung von Landnutzung und Bauvorschriften, da nur durch den Bau neuer Wohnungen dauerhaft Abhilfe geschaffen werden könne.
Gavira bekräftigte, dass sein Ressort keine Angriffe auf einen so wichtigen Wirtschaftszweig dulden werde, der erhebliche Steuereinnahmen generiert. Hinsichtlich der aktuellen Sommersaison berichtete er von negativen Einflüssen durch Waldbrände in Almería und Huelva sowie durch Ereignisse in Ceuta, die potenzielle Touristen abschrecken. In den kommenden Tagen plant er Gespräche mit Vertretern des Tourismussektors in den betroffenen Provinzen, um die Auswirkungen zu bewerten und Gegenmaßnahmen zu erarbeiten. Zudem kritisierte er die Schließung von Stränden in Málaga als deutlich negativ für den Tourismus.
Außerdem übte Gavira scharfe Kritik an der zentralstaatlichen Regierung wegen mangelnder Infrastrukturpflege, etwa bei Straßen und Schienen, was sich besonders während der Karwoche negativ ausgewirkt habe. Diese Probleme behinderten die Entwicklung des Tourismussektors, der für die Region wirtschaftlich von großer Bedeutung ist. Die Forderung nach einem neuen, differenzierten Finanzierungsmodell bleibt damit ein zentraler Punkt auf der politischen Agenda Andalusiens, um den Herausforderungen des Massentourismus besser begegnen zu können.
Quelle: surinenglish.com
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