Der seit mehr als zwei Wochen andauernde Streik der Bodenabfertigung am Flughafen Barcelona-El Prat hat zu erheblichen Beeinträchtigungen für Passagiere geführt. Über 6.000 Gepäckstücke sind seither gestrandet, während sich die Zahl der ausgefallenen Flüge auf etwa 270 nahezu verdoppelt hat. Betroffen sind rund 20 Fluggesellschaften, darunter Lufthansa, Air France-KLM, Qatar Airways und United Airlines. Diese Airlines kämpfen mit massiven Verspätungen und langen Wartezeiten bei der Gepäckausgabe, die teilweise mehr als fünf Stunden betragen.
Der Streik begann mit einem Ausstand, der zunächst rund 170 Flüge und 3.000 Gepäckstücke betraf. Doch trotz eines Besuchs eines leitenden Lufthansa-Managers in Barcelona, der persönlich vermitteln wollte, hat sich die Situation nicht verbessert. Zwischen der Gewerkschaft CGT, die etwa 1.175 Bodenmitarbeiter vertritt, und dem Arbeitgeber Groundforce fanden seit dem 24. Juli keine Gespräche mehr statt. Die Gewerkschaft kritisiert die Arbeitsbedingungen, insbesondere Unterbesetzung, zu häufige Schichtwechsel und unzureichende Ruhezeiten, die zu einer Verdoppelung der krankheitsbedingten Ausfälle geführt haben.
Die Auswirkungen des Streiks betreffen vor allem Passagiere, die mit den betroffenen Airlines fliegen. Die Wartezeiten und Gepäckverluste führen zu erheblichen Unannehmlichkeiten, wie Berichte von Reisenden zeigen. So blieb einer Familie ihr Gepäck während eines einwöchigen Urlaubs vollständig vorenthalten, was den Kauf von Ersatzkleidung und -artikeln notwendig machte. Andere Betroffene beklagen fehlende Informationen zum Verbleib ihres Gepäcks trotz mehrfacher Kontaktversuche. Allerdings gibt es auch vereinzelte positive Meldungen, bei denen das Gepäck trotz der Störung schneller als erwartet ankam.
Die spanische Verkehrsbehörde hat Groundforce verpflichtet, einen Mindestservice von 35 bis 80 Prozent je nach Fluglinie aufrechtzuerhalten, um den Schaden für Reisende zu begrenzen. Trotzdem kommt es weiterhin nahezu täglich zu Flugausfällen. Ein zusätzlicher Stromausfall im Kontrollturm am 12. August verschärfte die Lage weiter. Im Vergleich zum Flughafen Palma de Mallorca, wo ein ähnlicher Streit durch Verhandlungen beigelegt werden konnte, bleibt Barcelona der einzige große spanische Flughafen mit ungelöstem Personalstreit im Sommer.
Die meisten betroffenen Airlines betrachten die Störung als außergewöhnlichen Umstand, weshalb Passagiere nach EU-Recht keinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung haben. Dennoch bieten einige Fluggesellschaften, wie United Airlines, flexible Umbuchungen ohne Gebühren an. Reisenden wird dringend empfohlen, vor Abreise den Status ihres Fluges zu überprüfen, da die Lage weiterhin unvorhersehbar bleibt. Ohne neue Verhandlungen und mit anhaltend hohem Reiseaufkommen ist derzeit keine schnelle Lösung in Sicht.
Quelle: euroweeklynews.com
Zum Original