Die Stadt Málaga hat offiziell die Ausschreibung für den Bau des Auditorio de la Música begonnen, einem neuen Konzert- und Kulturzentrum mit rund 2.000 Sitzplätzen. Die kommunale Firma Promálaga führt die Vergabe durch, die mit einem Budget von 202.627.084,81 Euro inklusive Mehrwertsteuer veranschlagt ist. Die Bauzeit ist auf 48 Monate angesetzt. Firmen, die an dem Projekt interessiert sind, können ihre Angebote bis zum 15. Oktober, 14:00 Uhr, einreichen. Zuvor fand eine Marktabfrage mit neun spezialisierten Unternehmen für komplexe Kulturprojekte statt, um die Ausschreibungsbedingungen zu optimieren.
Der Auftrag umfasst den Bau des Hauptgebäudes, einer Kammermusiksaal, die Gestaltung der Außenanlagen, einen unterirdischen Parkplatz sowie die entsprechenden Zugänge. Das gesamte Projekt muss den technischen Vorgaben und dem detaillierten Ausführungsplan entsprechen, der unter anderem akustische Studien, geotechnische Gutachten, Energieeffizienzberechnungen und die Ausstattung mit Bühnen- und Audiotechnik beinhaltet. Besonders wichtig ist die Gewährleistung einer hervorragenden Akustik, die als zentrales Qualitätsmerkmal im Leistungsverzeichnis festgeschrieben ist.
Die Ausschreibung erfolgt als ein einziger Auftrag ohne Aufteilung in Lose, um technische Abhängigkeiten zu berücksichtigen und eine einheitliche Verantwortung für das Endergebnis sicherzustellen. Dies soll zudem die Kosten senken und die Koordination der Bauabläufe verbessern. Die Bewertung der Angebote erfolgt zu 70 Prozent anhand qualitativer Kriterien wie Teamorganisation, Erfahrung, Projektplanung, Methodik und Nachhaltigkeit, und zu 30 Prozent anhand automatischer Kriterien. Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle, insbesondere Programme zur Energieeinsparung und Umweltverträglichkeit während der Bauphase.
Der Standort des neuen Auditoriums liegt auf der San-Andrés-Explanade am Paseo Marítimo Antonio Machado, gegenüber dem Park Huelin. Das Gelände mit einer Fläche von 31.354 Quadratmetern wurde im Dezember 2024 von der Hafenbehörde für über 9 Millionen Euro erworben. Dort befanden sich bisher Lagerzelte des Hafens. Der Entwurf stammt von den Architekten Federico Soriano und Agustín Benedicto, die einen internationalen Wettbewerb gewannen.
Die Ausstattung des Auditoriums ist technisch sehr anspruchsvoll, mit einem Budget von über 20 Millionen Euro für Bühnen- und Audiotechnik und weiteren mehr als 11 Millionen Euro für Klimatisierung, Lüftung, Beleuchtung, Brandschutz und weitere technische Anlagen.
Das Projekt hat eine strategische Bedeutung für Málaga und die umliegende Region, die fast drei Millionen Einwohner umfasst. Dazu zählen neben Málaga selbst auch das Gebiet Campo de Gibraltar, die Küste von Granada sowie Teile des Binnenlandes von Sevilla, Córdoba und Granada. Das Auditorio soll die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieser Region fördern. Bereits 2007 wurde ein Konsortium aus Stadt, Regional- und Zentralregierung gegründet, das aufgrund der Wirtschaftskrise aufgelöst wurde, ohne das Vorhaben aufzugeben.
Derzeit liegt der Gesamtkostenrahmen bei 209.112.443,56 Euro inklusive Mehrwertsteuer für Bau und Projektleitung. Die Stadt Málaga hat bereits 20 Millionen Euro zugesagt und dafür in den letzten Jahren, einschließlich 2026, knapp 7 Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt. Die Regionalregierung von Andalusien wird zusätzlich 25 Millionen Euro beisteuern. Die Finanzierung des restlichen Betrags wird weiterhin mit verschiedenen Institutionen und Unternehmen abgestimmt.
Mit dem Beginn der Ausschreibung ist ein entscheidender Schritt gemacht, um das Projekt voranzubringen. Die nächsten Monate werden zeigen, welche Baufirma den Zuschlag erhält und wie die Umsetzung der anspruchsvollen technischen und akustischen Anforderungen gelingt. Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer an der Costa del Sol bedeutet das Auditorio eine bedeutende Erweiterung des kulturellen Angebots und eine Stärkung des kulturellen Profils der Stadt Málaga.
Quelle: andaluciainformacion.es
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