Am Abend des 6. Juli musste ein SAS Connect Airbus A320neo auf dem Anflug zur Landebahn 12 des Flughafens Malaga seinen Landeversuch abbrechen, nachdem das Flugzeug eine Kollisionswarnung erhielt. Die Maschine war mit 175 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern aus Stockholm unterwegs, als das an Bord befindliche Kollisionswarnsystem (TCAS) eine Resolution Advisory auslöste. Die Piloten reagierten gemäß den Sicherheitsvorgaben und stiegen wieder auf, bevor sie einen zweiten Anflug erfolgreich durchführten.
Die Ursache für das Ausweichmanöver lag in der Nähe von zwei Löschflugzeugen des Typs Air Tractor AT-802A, die auf dem Rückweg zum Helikopterlandeplatz in Cártama waren, um Wasser und Feuerlöschmittel nachzufüllen. Diese Flugzeuge waren zuvor im Einsatz gegen den Waldbrand bei Grazalema. Radaraufzeichnungen zeigten, dass der Abstand zwischen dem Passagierflugzeug und einem der Löschflugzeuge nur etwa 0,8 nautische Meilen betrug, während beide sich auf gleicher Höhe befanden. Die Mindestabstände unter Radarüberwachung liegen jedoch bei 1.000 Fuß vertikal und drei bis fünf nautischen Meilen horizontal. Zudem hatten die Löschflugzeuge den Kontrollbereich von Malaga ohne Funkkontakt mit der Flugverkehrskontrolle betreten.
Die spanische Kommission für zivile Luftfahrtsunfälle (CIAIAC) hat eine formelle Untersuchung eingeleitet, um den Vorfall rein aus Sicherheitsaspekten zu analysieren. Dabei werden Radardaten, Funkkommunikation und die Koordination zwischen dem kommerziellen Flugverkehr und den Löschflugzeugen geprüft. Die Ergebnisse werden in einem sachlichen Bericht zusammengefasst, der gegebenenfalls Empfehlungen zur Vermeidung ähnlicher Situationen enthalten wird. Eine Schuldzuweisung ist dabei ausgeschlossen.
Bereits in der Vergangenheit gab es am Flughafen Malaga ähnliche Vorfälle mit Ausweichmanövern, unter anderem bei einem norwegischen Flug, der seinen Landeanflug wegen eines anderen Flugzeugs auf der Landebahn abbrechen musste. Zudem sind wetterbedingte Ausweichmanöver und medizinische Umleitungen keine Seltenheit an diesem Flughafen.
Der Vorfall wirft Fragen zur Auslastung des Flughafens Malaga auf, insbesondere im Hinblick auf die Koordination zwischen regulären Passagierflügen und Sonderflügen wie den Löschflugzeugen. Trotz der kritischen Situation kam es zu keinen Verletzungen oder Schäden an den Flugzeugen, und alle Maschinen konnten ihre Ziele ohne weitere Zwischenfälle erreichen. Die Untersuchung wird weitere Klarheit über die Abläufe und mögliche Verbesserungen bringen, die für Einwohner, Urlauber und Auswanderer in der Region von Bedeutung sind.
Quelle: euroweeklynews.com
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