Der Teléfono de la Esperanza in der Provinz Málaga hat in den letzten sechs Monaten rund 7.850 telefonische Hilferufe entgegengenommen. Daneben wurden im Chat der Organisation über 1.130 Gespräche geführt, die sich vornehmlich an junge Menschen richteten. Die Angebote der emotionalen Unterstützung richten sich an alle Altersgruppen, wobei insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene zahlreich vertreten sind.
Von den 941 telefonisch betreuten Fällen, die mit Stimmungsstörungen zusammenhingen, waren häufig Depressionen, Angststörungen, Phobien oder Zwangsstörungen Thema. Mehrere Hilfesuchende befanden sich zudem in akuten Krisen oder hatten Suizidgedanken. Im Chat nutzten 249 Minderjährige unter 18 Jahren die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, während 203 junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren und 189 Personen im Alter von 26 bis 35 Jahren Unterstützung suchten. Auch ältere Altersgruppen waren vertreten, wenn auch in geringerem Maße.
Die Anliegen der Hilfesuchenden waren vielfältig: Psychische und psychiatrische Probleme bildeten mit 51,61 Prozent den größten Anteil, gefolgt von familiären Konflikten und Beziehungsproblemen mit 20,65 Prozent. Besonders herausfordernd waren die 204 Fälle, die als schwerwiegend eingestuft wurden, sowie die 244 jungen Menschen, die mit chronischen Problemen zu kämpfen hatten. Darüber hinaus suchten 173 Personen aufgrund jüngster Krisensituationen Hilfe.
Anlässlich des Welt-Suizidpräventionstags am 10. September startet der Teléfono de la Esperanza die Kampagne „Cuando solo ves…NADA“. Sie soll auf zwei zentrale Aspekte aufmerksam machen: Zum einen darauf, wie Menschen in Krisen oft die Wahrnehmung von Auswegen verlieren, zum anderen auf die mangelnde Aufmerksamkeit ihres sozialen Umfelds, das durch falsche Annahmen und fehlende Sensibilität das Leiden oft übersieht oder nicht anspricht.
Die Kampagne möchte das Bewusstsein dafür stärken, dass Suizidprävention frühzeitig ansetzen muss und dass es gefährlich ist, Suizidversuche als bloße Aufmerksamkeitssuche abzutun oder zu glauben, nur Fachkräfte könnten in akuten Situationen helfen. Die Psychologin Aurelia González, die für das Präventionsprogramm und den Chat verantwortlich ist, betont, dass Suizidprävention nicht erst im Notfall beginnt, sondern eine Kultur des offenen Gesprächs über Leid und psychische Belastungen erfordert.
Bis zum 10. September wird die Initiative in den sozialen Medien präsent sein und lokale Aktionen begleiten. In Málaga finden am gleichen Tag ab 10:30 Uhr Veranstaltungen auf der Plaza de la Constitución statt, die gemeinsam mit anderen Organisationen durchgeführt werden, um das Thema Suizidprävention öffentlich sichtbar zu machen.
Der Teléfono de la Esperanza bietet seine kostenlose und vertrauliche Telefonhilfe unter der Nummer 717 003 717 rund um die Uhr an allen Tagen des Jahres an. Der Chat ist täglich von 18:00 bis Mitternacht erreichbar und kann über die Webseite telefonodelaesperanza.org genutzt werden. Beide Dienste werden von ausgebildeten Ehrenamtlichen betreut, die mit Respekt und Empathie zuhören und begleiten.
Für Menschen in der Provinz Málaga, insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, stellt dieses Angebot eine wichtige Anlaufstelle dar, um frühzeitig Unterstützung bei psychischen Belastungen und Krisen zu erhalten. Die laufende Kampagne und die begleitenden Veranstaltungen machen deutlich, dass das Thema Suizidprävention weiterhin hohe Priorität hat und gesellschaftliche Aufmerksamkeit benötigt.
Quelle: andaluciainformacion.es
Zum Original