Am Freitag, den 18. September, werden Erzieherinnen und Fachkräfte aus dem Bereich der frühkindlichen Bildung in Málaga auf der Plaza de la Marina demonstrieren. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen, die Verstaatlichung des Betreuungsangebots für Kinder von null bis drei Jahren sowie die Gleichstellung dieser Bildungsstufe mit anderen Schulformen. Die Aktion ist Teil eines landesweiten und regionalen Protests, der auch als Vorbote einer möglichen landesweiten Streikwelle verstanden werden kann – ähnliche Bewegungen sind bereits in Madrid und Katalonien angekündigt.
Die Fachkräfte kritisieren, dass das aktuelle System eher die Arbeitsproduktivität als die emotionalen und biologischen Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellt. Teilweise müssen sie bis zu 20 Kinder unter zwei Jahren gleichzeitig betreuen, was eine individuelle und ruhige Zuwendung erschwert. Hinzu kommen niedrige Löhne und ein institutionelles Klima, das die Bedeutung ihrer Arbeit nicht ausreichend anerkennt. Diese Umstände beeinträchtigen nicht nur die Qualität der Betreuung, sondern auch die Entwicklung der Kinder.
Die frühkindliche Bildung ist in hohem Maße weiblich geprägt: 99 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, während Männer vorwiegend Führungspositionen innehaben. Nieves Terriza, Sprecherin der andalusischen Plattform für Kindertagesstätten, weist darauf hin, dass gerade in dieser frühen Entwicklungsphase das soziale und geistige Wachstum stark vom Aufbau emotionaler Bindungen abhängt. Sie bezieht sich dabei auf die Pädagogin Emmi Pikler, die betonte, dass emotionale Sicherheit die Grundlage für die freie Entfaltung von Kindern ist.
Die Organisatorinnen rufen Familien, soziale Organisationen und die breite Öffentlichkeit auf, sich der Kundgebung anzuschließen. In Andalusien sind rund 80 Prozent der Kindertagesstätten in privater Hand, was nach Ansicht der Protestierenden zur prekären Situation im Sektor beiträgt. Die Demonstration in Málaga ist somit auch ein Signal gegen die vorherrschende Privatisierung und für eine öffentliche Verantwortung in der frühkindlichen Betreuung.
Die Aktion am 18. September markiert einen wichtigen Schritt, um auf die Arbeits- und Betreuungsbedingungen in einer sensiblen Bildungsphase aufmerksam zu machen. Die weitere Entwicklung – insbesondere die Möglichkeit eines flächendeckenden Streiks – wird zeigen, wie die Politik auf diese Forderungen reagiert und ob sich die Rahmenbedingungen für die Betreuung der Kleinsten in Málaga und Andalusien nachhaltig verbessern.
Quelle: malagapress.com
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