In Málaga sorgt die unzuverlässige Funktion der sogenannten Antimisshandlungs-Armbänder für erhebliche Sicherheitslücken bei der Überwachung von Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind. Die Abgeordnete Sandra Extremera vom Partido Popular hat die spanische Regierung aufgefordert, die bestehenden Fehler der Geräte anzuerkennen und die personellen sowie materiellen Ressourcen zu erhöhen, um den Schutz der betroffenen Frauen zu gewährleisten.
Die Forderung basiert auf einem Bericht der Koordinationskommission gegen Gewalt an Frauen, der im Juli an das Ministerium für Gleichstellung und den Generalrat der Justiz gesandt wurde. Darin wird dokumentiert, dass weiterhin Fehler bei der Lokalisierung sowohl der Opfer als auch der Beschuldigten auftreten. Diese Defizite führen dazu, dass Frauen, die Schutz benötigen, sich in ständiger Sorge und Unsicherheit befinden.
Besonders kritisch bewertet Extremera, dass Frauen, die ihre Angreifer angezeigt haben, durch ein eigentlich schützendes System ungeschützt bleiben. Diese Probleme wurden auch von Richtern, Staatsanwälten und Sicherheitskräften mehrfach gemeldet. So berichteten Beamte der Guardia Civil, dass einige Opfer die Armbänder sogar zurückgaben, da sie sich durch den fehlerhaften Betrieb nicht ausreichend geschützt fühlten.
Im Bericht werden gravierende Vorfälle beschrieben, etwa ein Mann mit fünf bestehenden Kontaktverboten, der sich dennoch im Haus des Opfers aufhalten konnte, ohne dass das Alarmsystem dies registrierte. Ebenso gab es Fälle, in denen Frauen die Anwesenheit ihrer Angreifer meldeten, das Überwachungszentrum Cometa jedoch keine Alarmierung verzeichnete. Zudem kam es zu Fehllokalisierungen, bei denen Opfer fälschlicherweise an ihrem Wohnort verortet wurden, obwohl sie sich in Polizeigewahrsam befanden.
Extremera betont, dass diese Probleme nicht einfach als technische Fehler abgetan werden dürfen. Hinter jedem Armband stehe eine Frau mit einem Namen, die auf Schutz angewiesen ist und sicher sein muss, dass ihr Schutzsystem zuverlässig funktioniert. Sie fordert konkrete Lösungen und ausreichende Mittel, damit keine Frau erneut durch diese technischen Mängel gefährdet wird.
Die Problematik ist nicht neu: Bereits vor fast einem Jahr gab es ähnliche Ausfälle, die mehr als 4.500 Frauen betrafen. Die Abgeordnete macht deutlich, dass es hierbei nicht um politische Ideologien gehe, sondern um das Leben realer Frauen, deren Sicherheit durch Versagen des Systems gefährdet werde. Ein effektiver Schutz vor Gewalt sei unerlässlich, um lebensbedrohliche Situationen zu verhindern.
Die Forderungen von Extremera richten sich auf eine schnelle und nachhaltige Verbesserung der Überwachungssysteme und eine bessere personelle Ausstattung der zuständigen Stellen. Für die betroffenen Frauen in Málaga und der gesamten Costa del Sol hängt davon ab, ob künftig verlässliche Schutzmechanismen funktionieren und ihnen die notwendige Sicherheit bieten können.
Quelle: andaluciainformacion.es
Zum Original