Málaga dringt auf Wiedereinsetzung von OCON-Sur nach Schusswechseln an der Costa del Sol

Málaga dringt auf Wiedereinsetzung von OCON-Sur nach Schusswechseln an der Costa del Sol

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Von Thomas John - Redaktion Costa del Sol Nachrichten

25 September, 2026

Die Provinzregierung von Málaga hat in einer Dringlichkeitssitzung die spanische Zentralregierung aufgefordert, die Spezialeinheit OCON-Sur der Guardia Civil zur Bekämpfung des Drogenhandels wieder zu aktivieren. Anlass sind mehrere Schusswechsel in Málaga und der Costa del Sol, die in den vergangenen Monaten die öffentliche Sicherheit erschütterten. Die Provinzversammlung stimmte einem entsprechenden Antrag der konservativen Partido Popular (PP) zu, der eine dauerhafte Einrichtung der Einheit mit einheitlicher Führung fordert.

Der PP-Abgeordnete Manuel Marmolejo betonte, dass eine umfassende Strategie gegen kriminelle Organisationen notwendig sei, die insbesondere deren Finanzierung, Vermögenswerte und Geldwäsche ins Visier nimmt. Zudem verlangt der Antrag eine personelle und materielle Aufstockung der Guardia Civil und der Nationalpolizei, inklusive zusätzlicher Ressourcen auf See, in der Luft, im Bereich Technologie und Nachrichtendienst. Der Fokus liegt dabei auf Málaga und der Costa del Sol, wo die Drogenkriminalität zuletzt deutlich zugenommen hat.

Der Antrag sieht außerdem vor, die gesamte andalusische Küste sowie den Fluss Guadalquivir als Gebiete mit besonderer Sicherheitsrelevanz zu erklären. Zudem sollen gesetzliche Änderungen geprüft werden, um Angehörige der Sicherheitskräfte als Berufsgruppe mit besonderem Risiko anzuerkennen und deren rechtlichen sowie beruflichen Schutz zu stärken.

Unterstützung erhielt der Antrag auch von der Partei Vox. Deren Provinzabgeordneter Antonio Luna berichtete, dass zwischen Januar 2024 und Juni 2025 in der Provinz Málaga 30 Schusswechsel registriert wurden, bei denen acht Menschen durch Schussverletzungen starben und mehrere weitere verletzt wurden. Luna verband die Forderung mit zwei aktuellen Schießereien in der Stadt Málaga, bei denen ein 20-jähriger Mann ums Leben kam und ein weiterer Mann in einem Lokal am Muelle Uno verletzt wurde. Er bezeichnete die Vorfälle als alarmierende Zahlen, die zum Nachdenken über die Lage der organisierten Kriminalität in der Provinz anregen sollten.

Die sozialistische Partei PSOE zeigte sich skeptisch gegenüber der Forderung nach einer Wiederbelebung von OCON-Sur. Der Abgeordnete José Bernal erklärte, die Einheit sei nicht aufgelöst, sondern lediglich umstrukturiert worden, eine Entscheidung der Guardia Civil und nicht des Innenministeriums. Er betonte, dass die Einsätze der Einheit sogar verstärkt wurden. Bernal räumte ein, dass der Drogenhandel in der Provinz, insbesondere an der Costa del Sol, an Bedeutung gewonnen habe. In diesem Zusammenhang verwies er auf ein Urteil des Nationalen Gerichtshofs wegen Drogenhandels und Geldwäsche, das den Stiefsohn der Bürgermeisterin von Marbella betrifft. Er äußerte, dass der Drogenhandel inzwischen so präsent sei, dass er direkt bei der Bürgermeisterin zu Gast sei, was eine kontroverse Reaktion bei den Oppositionsparteien hervorrief.

Der PP-Abgeordnete Marmolejo kritisierte die sozialistische Haltung scharf und warf Bernal vor, die Realität in Andalusien nicht anerkennen zu wollen. Er erinnerte zudem an Angriffe auf Guardia-Civil-Beamte während Anti-Drogen-Operationen. Auch die Partei Con Málaga lehnte den PP-Ansatz ab. Ihr Abgeordneter Juan Márquez bezeichnete die Darstellung der Popularen als parteiisch und unvollständig. Er forderte, dass die Bekämpfung der organisierten Kriminalität auch die Immobiliengeldwäsche und große Bargeldtransaktionen an der Costa del Sol umfassen müsse. Zudem müsse man die wirtschaftlichen Strukturen angehen, die das Ansiedeln von Mafiaorganisationen in der Provinz begünstigen.

Die Debatte um die Wiedereinsetzung von OCON-Sur rückt somit erneut in den Mittelpunkt der Diskussionen zur Sicherheitslage an der Costa del Sol. Während PP und Vox auf eine Verstärkung der Polizeiressourcen und eine dauerhafte Spezialeinheit drängen, setzen PSOE und Con Málaga auf eine differenzierte Analyse und erweiterte Maßnahmen gegen die ökonomischen Grundlagen der organisierten Kriminalität.

Für die Bevölkerung und Besucher der Costa del Sol bedeutet dies, dass die Sicherheitsbehörden verstärkt gegen Drogenkriminalität vorgehen sollen. Die Umsetzung der beschlossenen Forderungen wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, um die Lage vor Ort zu stabilisieren und das Sicherheitsgefühl zu verbessern.

Quelle: areacostadelsol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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