Costa del Sol erhält 16 Prozent der Hotelinvestitionen in Spanien
Die Costa del Sol gehört 2026 zu den wichtigsten Standorten für Hotelinvestitionen in Spanien. Nach Angaben des Immobilienberaters Colliers entfallen 16 Prozent des landesweiten Investitionsvolumens auf die Ferienregion in der Provinz Málaga. Nur Madrid und die Balearen liegen vor ihr. Spanienweit wurden bislang Hoteltransaktionen im Wert von 3,302 Milliarden Euro abgeschlossen. Bis zum Jahresende könnte sich das Volumen der Marke von vier Milliarden Euro nähern.
Das Wichtigste in Kürze
- 16 Prozent: Anteil der Costa del Sol an den spanischen Hotelinvestitionen.
- Platz drei: Hinter Madrid mit 24 Prozent und den Balearen mit 17 Prozent.
- 3,302 Milliarden Euro: Bisheriges Hotelinvestitionsvolumen in Spanien im Jahr 2026.
- 57 Prozent: Anteil spanischer Käufer am investierten Kapital.
- 52 Prozent: Anteil der Stadthotels, gegenüber 48 Prozent für Ferienhotels.
- Ausblick: Bis Jahresende sind weitere größere Hoteltransaktionen möglich.
Costa del Sol ist drittwichtigster Hotelinvestmentmarkt Spaniens
Die Costa del Sol bleibt ein Schwerpunkt für Investoren, die in spanische Hotels investieren möchten.
Nach Angaben von Laura Hernando, Geschäftsführerin von Colliers Iberia, liegt die Region mit einem Anteil von 16 Prozent auf dem dritten Platz der wichtigsten Hotelinvestmentstandorte Spaniens.
Die Verteilung des Investitionsvolumens zeigt deutliche regionale Schwerpunkte:
| Region | Anteil |
|---|---|
| Madrid | 24 % |
| Balearen | 17 % |
| Costa del Sol | 16 % |
| Barcelona | 13 % |
| Kanarische Inseln | 11 % |
Die fünf genannten Regionen vereinen damit 81 Prozent des im Marktüberblick erfassten Hotelinvestitionsvolumens auf sich.
Die Costa del Sol liegt nur einen Prozentpunkt hinter den Balearen und deutlich vor Barcelona.
Das zeigt die Bedeutung der Provinz Málaga für den spanischen Hotelimmobilienmarkt.
Warum sind Hotels an der Costa del Sol gefragt?
Nach Einschätzung von Colliers interessieren sich Investoren besonders für Hotels an etablierten Standorten mit einer hohen touristischen Nachfrage.
Die Costa del Sol gehört zu diesen Märkten.
Dabei spielen sowohl bestehende Ferienhotels als auch Häuser eine Rolle, die durch Modernisierung, eine neue Positionierung oder einen Betreiberwechsel wirtschaftlich weiterentwickelt werden können.
Für Investoren ist insbesondere entscheidend, ob ein Hotel an einem attraktiven Standort liegt und der Kaufpreis zu den erwarteten Erträgen passt.
Hernando berichtet, dass geeignete Hotelimmobilien weiterhin auf eine große Zahl potenzieller Käufer treffen.
Gleichzeitig sei das Angebot an verfügbaren Hotels begrenzt.
Das führt zu einem intensiven Wettbewerb um geeignete Objekte.
Spanienweit bereits 3,3 Milliarden Euro investiert
Im bisherigen Jahresverlauf 2026 wurden in Spanien Hoteltransaktionen im Wert von 3,302 Milliarden Euro abgeschlossen.
Colliers erwartet, dass bis Jahresende weitere größere Geschäfte zustande kommen könnten.
Sollten laufende Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, könnte das gesamte Investitionsvolumen die Marke von vier Milliarden Euro erreichen oder sich ihr zumindest nähern.
Dabei handelt es sich um eine Prognose, nicht um ein bereits erzieltes Jahresergebnis.
Hernando bewertet die Entwicklung grundsätzlich positiv, warnt jedoch davor, die starken Zuwächse der vergangenen Jahre einfach in die Zukunft fortzuschreiben.
Steigende Betriebskosten und die Entwicklung der Zimmerpreise könnten das Wachstum begrenzen.
Spanische Investoren stellen die Mehrheit
Der Hotelmarkt wird nicht ausschließlich von internationalen Investmentfonds geprägt.
Nach Angaben von Colliers entfallen 57 Prozent des Investitionsvolumens auf spanische Käufer. Internationale Investoren kommen auf 43 Prozent.
Zu den Käufern gehören unter anderem Hotelketten, Immobilienfonds, börsennotierte Immobiliengesellschaften und private Investoren.
Zunehmend werden auch Beteiligungsmodelle genutzt, bei denen mehrere Anleger gemeinsam in größere Hotelimmobilien investieren.
Dadurch können Investoren Zugang zum Hotelmarkt erhalten, ohne ein vollständiges Hotel allein erwerben zu müssen.
Stadthotels und Ferienhotels nahezu gleichauf
Die Investitionen verteilen sich in Spanien inzwischen relativ gleichmäßig auf zwei große Marktsegmente.
Stadthotels stehen für 52 Prozent des Investitionsvolumens, Ferienhotels für 48 Prozent.
Die Costa del Sol ist vor allem als Ferienregion bekannt. Gleichzeitig umfasst die Provinz Málaga auch den städtischen Hotelmarkt der Provinzhauptstadt.
Die landesweite Verteilung von 52 zu 48 Prozent lässt sich allerdings nicht unmittelbar auf die Costa del Sol übertragen.
Wie sich das regionale Investitionsvolumen zwischen Ferien- und Stadthotels aufteilt, wird im vorliegenden Interview nicht angegeben.
Warum werden internationale Hotelmarken wichtiger?
Ein weiterer Trend betrifft die Zusammenarbeit zwischen Hoteleigentümern, Betreibern und internationalen Hotelmarken.
Viele Investoren möchten ein Hotel besitzen, ohne den täglichen Hotelbetrieb selbst übernehmen zu müssen.
Dafür gibt es unterschiedliche Modelle.
Bei einem Pachtvertrag vermietet der Eigentümer das Hotelgebäude an einen Betreiber, der den laufenden Betrieb übernimmt.
Bei einem Managementvertrag wird ein Hotel dagegen im Auftrag des Eigentümers geführt.
Eine Franchisevereinbarung erlaubt die Nutzung einer bekannten Hotelmarke, während der Betrieb durch ein anderes Unternehmen erfolgen kann.
Zunehmend kommen dabei sogenannte White-Label-Betreiber zum Einsatz.
Diese Unternehmen führen Hotels unter einer bekannten Marke, ohne selbst Eigentümer dieser Marke sein zu müssen.
Für Investoren kann das interessant sein, weil sich damit die internationale Vermarktung eines Hotels mit einer lokalen oder spezialisierten Betriebsführung verbinden lässt.
Nach Einschätzung von Hernando gewinnen solche Modelle in Spanien an Bedeutung.
Was bedeuten die Investitionen für Marbella, Estepona und Málaga?
Ein hohes Hotelinvestitionsvolumen bedeutet nicht automatisch, dass entsprechend viele neue Hotels gebaut werden.
Die Statistik umfasst auch den Kauf bereits bestehender Häuser.
Ein Hotel kann beispielsweise von einem Investmentfonds an eine Hotelkette verkauft werden, ohne dass sich dadurch die Zahl der Zimmer verändert.
Anders sieht es aus, wenn der neue Eigentümer in eine umfangreiche Modernisierung investiert oder das Hotelangebot erweitert.
Solche Maßnahmen können Aufträge für Bau- und Dienstleistungsunternehmen auslösen und die Positionierung eines Hotels verändern.
Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze oder Hotelzimmer durch die Investitionen entstehen, lässt sich aus den vorliegenden Zahlen jedoch nicht ableiten.
Auch für einzelne Gemeinden wie Marbella, Estepona, Benalmádena, Fuengirola oder Málaga werden im Interview keine gesonderten Investitionssummen genannt.
Unsere Einordnung: Entscheidend ist, wohin das Geld fließt
Dass die Costa del Sol mit 16 Prozent einen erheblichen Anteil der spanischen Hotelinvestitionen auf sich vereint, unterstreicht ihre wirtschaftliche Bedeutung für den Tourismussektor.
Für die Menschen in der Region ist jedoch entscheidend, was hinter diesen Investitionen steht.
Ein Eigentümerwechsel kann für den Hotelbetrieb zunächst kaum sichtbare Veränderungen mit sich bringen.
Eine umfassende Sanierung kann dagegen lokale Handwerksbetriebe und Dienstleister beschäftigen. Eine Erweiterung der Hotelkapazität hat wiederum andere Folgen für Beschäftigung, Infrastruktur und die Nutzung touristischer Flächen.
Deshalb sollte das Investitionsvolumen nicht mit einem entsprechenden Wachstum der Touristenzahlen oder Hotelbetten gleichgesetzt werden.
Interessant ist außerdem die Rolle spanischer Käufer, die mit 57 Prozent die Mehrheit des investierten Kapitals stellen.
Der Hotelmarkt an der Costa del Sol ist damit Teil eines landesweiten Investitionsgeschehens, das sowohl von internationalen als auch von heimischen Unternehmen getragen wird.
Quelle: Hosteltur, Interview mit Laura Hernando, CEO von Colliers Iberia, veröffentlicht am 26. Oktober 2026.

