Während der Sommermonate erleben kleine Gemeinden im Hinterland von Málaga einen starken Anstieg ihrer Bevölkerungszahlen, ausgelöst durch die fast vollständige Belegung von Ferienhäusern. Besonders im August erreichen viele Orte mit weniger als 3.000 Einwohnern eine Belegung von bis zu 96 Prozent. Villanueva de la Concepción, mit offiziell 3.296 Einwohnern, verzeichnet mit 96 Prozent die höchste Auslastung in der Provinz Málaga und damit eine erhebliche Zunahme der temporären Bevölkerung.
Auch die Region Axarquía weist mehrere Gemeinden mit hoher Auslastung im Bereich des ländlichen Tourismus auf. Orte wie Almáchar, Arenas, Sayalonga, El Borge, Frigiliana, Cómpeta und Periana melden Belegungsraten zwischen 88 und 95 Prozent. Diese Zahlen beruhen auf einer Analyse des Portals Ruralidays.com, die sich auf Buchungsstatistiken für den August stützt.
Der Trend ist nicht nur auf Málaga beschränkt, sondern zeigt sich auch in anderen Teilen Andalusiens, beispielsweise in El Gastor in der Sierra de Cádiz und Órgiva in der Alpujarra von Granada, wo die Auslastung ebenfalls über 90 Prozent liegt. Die durchschnittliche Belegung in diesen Gemeinden liegt im August bei etwa 92,5 Prozent, mit Spitzenwerten bis zu 96 Prozent.
Die Nachfrage nach Ferienhäusern in Andalusien erstreckt sich zudem über einen längeren Zeitraum von April bis Oktober, mit bis zu 80 Prozent Buchungen, was zur Entzerrung der saisonalen Schwankungen beiträgt. Diese Entwicklung bietet den kleineren Gemeinden eine Chance, den Tourismus besser zu verteilen und nicht nur die Küstenregionen zu entlasten.
Der ländliche Tourismus stimuliert die lokale Wirtschaft deutlich. Neben den Einnahmen der Hausbesitzer profitieren auch Handwerksbetriebe, Reinigungskräfte, Guides und Dienstleister vor Ort. Viele ehemals verlassene Häuser konnten saniert und mit touristischen Lizenzen ausgestattet werden, was zur Belebung der Ortskerne und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt.
Gastgewerbe, Einzelhandel und Handwerk verzeichnen im Sommer eine gesteigerte Nachfrage, was die wirtschaftliche Lage in diesen Gemeinden verbessert. Die ländlichen Gemeinden bieten dabei nicht nur Unterkünfte, sondern auch authentische Naturerlebnisse, Ruhe und kulturelle Angebote wie traditionelle Architektur und Wanderwege.
Der Trend zum Tourismus abseits der Strände hat sich seit der Pandemie verstärkt etabliert. Besucher suchen zunehmend nach naturnahen und ruhigen Urlaubsorten, wodurch das Angebot im Hinterland an Bedeutung gewinnt. Dies entlastet überfüllte Küstengebiete und ermöglicht eine nachhaltigere Verteilung des Tourismus in Andalusien.
Für Urlauber bedeutet dies eine attraktive Alternative zu den oft überfüllten Strandregionen, mit einer großen Auswahl an Ferienhäusern in malerischen Dörfern, die zugleich Arbeitsplätze und Einkommen für die lokale Bevölkerung sichern. Die Entwicklung zeigt, dass der ländliche Tourismus in Andalusien über den Sommer hinaus eine wichtige Säule der regionalen Wirtschaft bleibt und weiter wachsen kann.
Quelle: andaluciainformacion.es
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