Málaga ruft zur Demonstration für Wohnrecht mit über 120 Zelten auf

Málaga ruft zur Demonstration für Wohnrecht mit über 120 Zelten auf

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Von Thomas John - Redaktion Costa del Sol Nachrichten

5 Oktober, 2026

In Málaga findet am Samstag um 19.00 Uhr eine Demonstration für das Recht auf Wohnen statt, die an der Plaza de la Constitución startet und endet. Dort campieren seit Montag mehr als 120 Zelte, was die Dringlichkeit der Proteste unterstreicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Demonstration am Samstag, 19.00 Uhr ab und bis Plaza de la Constitución in Málaga
  • Über 120 Zelte stehen seit Montag auf der Plaza de la Constitución
  • Protestmarsch führt durch zentrale Straßen wie Calle Larios und Calle Granada
  • Vor der Demo finden am Freitag zwei Versammlungen um 19.00 und 19.30 Uhr statt
  • Ähnliche Proteste laufen von Freitag bis Sonntag in sieben andalusischen Provinzen

Unsere Einordnung: Warum der Protest in Málaga auf fruchtbaren Boden fällt

Die Wohnungsfrage gehört inzwischen zu den größten Problemen für Einwohner der Costa del Sol. Wie angespannt der Markt in Málaga ist, zeigen aktuelle Angebotsdaten: Im September 2026 lag die durchschnittliche Miete in der Stadt bei 16,50 Euro pro Quadratmeter und damit 3,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das entspricht bei einer Wohnung mit 70 Quadratmetern rechnerisch rund 1.155 Euro Miete im Monat.

Noch höher liegt der Durchschnitt in der gesamten Provinz Málaga mit 18,80 Euro pro Quadratmeter. Auch Immobilien zum Kauf sind für viele Einwohner zunehmend schwer erschwinglich. Der durchschnittliche Angebotspreis in Málaga lag zuletzt bei rund 3.933 Euro pro Quadratmeter.

Die Demonstration und das Protestcamp auf der Plaza de la Constitución sind deshalb nicht isoliert zu betrachten. Ähnliche Proteste finden derzeit in zahlreichen spanischen Städten statt. Im Mittelpunkt stehen steigende Mieten, fehlender bezahlbarer Wohnraum und die Frage, wie stark der Staat in den Wohnungsmarkt eingreifen soll.

Wohnungsstreit führt bis zu vorgezogenen Neuwahlen

Die Auseinandersetzung um die Wohnungspolitik hat inzwischen auch die spanische Regierung erreicht. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte am Montagmorgen vorgezogene Parlamentswahlen für den 29. November 2026 an.

Der Entscheidung vorausgegangen war eine schwere parlamentarische Niederlage der Regierung. Zwei erst kurz zuvor beschlossene Wohnungsdekrete scheiterten am Freitag im Kongress. Neben PP und Vox stimmte auch Junts gegen die Vorhaben.

Die geplanten Maßnahmen betrafen unter anderem den Schutz vor Zwangsräumungen, Mietverträge, die Regulierung von Saison- und Zimmervermietungen sowie steuerliche Maßnahmen für Mieter und Vermieter.

Das Scheitern erfolgte gleichzeitig mit zunehmenden Protesten für bezahlbaren Wohnraum in zahlreichen spanischen Städten. Sánchez hatte sich daraufhin am Wochenende mit Mitgliedern seiner Regierung und der PSOE beraten und schließlich entschieden, die Legislaturperiode vorzeitig zu beenden.

Damit dürfte die Wohnungsfrage zu einem der zentralen Themen des nun beginnenden Wahlkampfs werden. Der Protest in Málaga ist somit Teil einer landesweiten Auseinandersetzung, die inzwischen erhebliche politische Konsequenzen hat.

Demonstration und Protestcamp in Málaga

Die Demonstration für das Recht auf Wohnen in Málaga wurde vom Sindicato de Inquilinas und der Plattform Un Techo por Derecho unter dem Motto „gegen den Rentismus“ organisiert. Sie startet und endet an der Plaza de la Constitución, wo seit Montag eine Zeltstadt mit mehr als 120 Zelten besteht. Die Protestierenden sind seit mehreren Tagen vor Ort versammelt.

Route der Demonstration

Der Protestmarsch führt durch zentrale Straßen der Stadt: Calle Larios, Alameda Principal, Calle Ordóñez, Calle Prim, Calle Manuel José García Caparrós, Pasillo de Atocha, Pasillo de Santa Isabel, Calle Carretería, Calle Nosquera, Calle Comedias, Calle Santa Lucía und Calle Granada, bevor er wieder zur Plaza de la Constitución zurückkehrt.

Weitere Versammlungen und regionale Proteste

Am Freitag sind vor der Demonstration zwei Versammlungen geplant: eine offene Versammlung um 19.00 Uhr zur Entscheidung über das Verbleiben auf der Plaza de la Constitución und eine weitere um 19.30 Uhr als Vorbereitung auf die Demonstration. Parallel finden in sieben andalusischen Provinzen weitere Proteste statt, darunter Sevilla, Cádiz, Granada, Huelva, Almería, Córdoba und Jerez de la Frontera.

Politischer Kontext

Die Proteste fallen zeitlich mit der Debatte und Abstimmung über zwei vom spanischen Regierung verabschiedete Wohnrechtsdekrete im Kongress zusammen. Junts hat angekündigt, beide Dekrete abzulehnen und fordert deren Rücknahme für neue Verhandlungen.

Quelle: areacostadelsol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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