Ryanair kürzt Regionalflüge in Spanien – Streit um Flughafengebühren eskaliert

Ryanair kürzt Regionalflüge in Spanien – Streit um Flughafengebühren eskaliert

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Von Thomas John - Redaktion Costa del Sol Nachrichten

29 August, 2026

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat angekündigt, ihr Angebot an Regionalflügen in Spanien deutlich zu reduzieren. Grund dafür sind nach Angaben des Unternehmens gestiegene Flughafengebühren, die Ryanair als nicht wirtschaftlich für viele regionale Flughäfen empfindet. Die Airline hat bereits ihre Basen an den Flughäfen Santiago de Compostela, Valladolid, Jerez de la Frontera, Teneriffa Nord und Vigo geschlossen und plant, in diesem Jahr 36 weitere Direktverbindungen von Regional- und Kanarenflughäfen zu streichen. Insgesamt verlieren die Flughäfen auf der Iberischen Halbinsel rund 41 Prozent der Ryanair-Sitzplätze, was etwa 600.000 Plätzen entspricht. Die Kanarischen Inseln verlieren etwa zehn Prozent, also rund 400.000 Plätze. Im Gegenzug werden Kapazitäten auf Flughäfen in Marokko, Italien, Kroatien und Albanien ausgeweitet, während die großen spanischen Flughäfen in Madrid, Barcelona, Palma und Málaga Zuwächse verzeichnen.

Die Auseinandersetzung um die Kürzungen hat sich zu einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Ryanair-Chef Michael O’Leary und dem spanischen Verkehrsminister Óscar Puente entwickelt. O’Leary kritisierte Puente in einem Video scharf, warf ihm falsche Angaben zur Entwicklung von Ryanair in Spanien vor und bezichtigte ihn, unter anderem wegen hoher Steuern und Gebühren für die Luftfahrt die regionale Präsenz der Airline zu schmälern. Er bezeichnete den Minister als „Dummkopf“, der „Grundrechenarten lernen“ müsse. Puente konterte mit dem Hinweis, dass die Flugstreichungen vor allem auf Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Boeing-Maschinen zurückzuführen seien, die Ryanairs Planung beeinflussten. Zudem wies er die Vorwürfe zu hohen Gebühren zurück und verwies darauf, dass ein Ryanair-Mitarbeiter im vergangenen Jahr eine Bonuszahlung von 100 Millionen Euro erhalten habe. Der Minister betonte, er kenne sich mit Zahlen bestens aus und empfahl O’Leary, Spanien zu verlassen, wenn ihm die Regeln nicht passen.

Hintergrund der Kontroverse ist eine Erhöhung der von AENA festgelegten Flughafengebühren für 2026 um 6,62 Prozent auf durchschnittlich etwa 11,03 Euro pro Passagier. Ryanair macht diese Steigerung für die Rücknahme des Angebots in regionalen Gebieten verantwortlich. Die Airline hat bereits erklärt, die Kürzungen könnten zurückgenommen werden, falls die Gebühren an regionalen Flughäfen gesenkt werden.

Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen großen Billigfluggesellschaften und staatlichen Flughafenbetreibern in Spanien sowie die Herausforderungen für regionale Flughäfen, die um ihre Bedeutung im Luftverkehr kämpfen. Während die Debatte um Gebühren und Kapazitäten weitergeht, sind die Folgen für Passagiere in betroffenen Regionen spürbar: Weniger direkte Flugverbindungen bedeuten eingeschränkte Reisemöglichkeiten und potenzielle wirtschaftliche Nachteile für die Regionen.

Ob und wann es zu einer Einigung zwischen Ryanair und dem spanischen Verkehrsministerium kommt, ist noch offen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Airline ihre regionalen Verbindungen wieder ausbauen kann oder ob die Kürzungen dauerhaft bleiben. Für Einwohner und Reisende in den betroffenen Regionen bedeutet dies, sich auf veränderte Flugangebote einzustellen und gegebenenfalls alternative Verbindungen zu nutzen.

Quelle: euroweeklynews.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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