In einem Wohngebiet in Pinares de San Antón, Málaga, hat ein Notfalltechniker des Rettungsdienstes 061 durch den ungewöhnlichen Einsatz seines Personalausweises das Leben einer Frau gerettet. Die 35-Jährige war Opfer eines mutmaßlichen Erstickungsversuchs durch ihren 39-jährigen Partner. Die Haustür war verschlossen, und weder Polizei noch Sanitäter konnten zunächst Zugang zum Haus erhalten. Als die Polizei erfolglos versuchte, die Tür aufzubrechen, gelang es dem Techniker, die Tür mithilfe seines Ausweises innerhalb weniger Sekunden zu öffnen. Dadurch konnten die Rettungskräfte die Frau reanimieren und in kritischem Zustand ins Krankenhaus bringen, wo sie derzeit stabil auf der Intensivstation liegt.
Der Vorfall ereignete sich am 16. September gegen 18 Uhr, nachdem die 12-jährige Tochter des Paares den Notruf 112 wählte, um auf den Angriff des Vaters auf die Mutter aufmerksam zu machen. Die beiden Töchter versteckten sich anschließend im Garten des Hauses. Die Polizei und der Rettungsdienst trafen fast gleichzeitig am Tatort ein, fanden die Garage offen vor, jedoch war die Haustür verschlossen und niemand reagierte auf Klopf- und Klingelversuche.
Die Polizei versuchte, die Tür mit Gewalt zu öffnen, scheiterte jedoch an der stabilen, blindierten Tür, die zwar nicht abgeschlossen war, aber sich nicht öffnen ließ. Erst durch die sogenannte „Technik des Resbalón“ konnte der Techniker die Tür mit seinem Ausweis öffnen. Im Inneren fanden die Einsatzkräfte die bewusstlose Frau und den mutmaßlichen Täter auf unterschiedlichen Etagen. Trotz sofortiger medizinischer Versorgung konnte der Mann nur noch tot aufgefunden werden; er hatte sich offenbar das Leben genommen. Die Frau wurde mit einer Kabelbinder-Schlinge am Hals attackiert und lag längere Zeit ohne Sauerstoffversorgung da.
Die schnelle Öffnung der Tür durch den Techniker war entscheidend für die Reanimation und Stabilisierung der Frau, wie die beteiligten Quellen betonen. Weder die Frau noch der Täter waren im nationalen Gewaltschutzsystem Viogén registriert. Das Ereignis verdeutlicht die Herausforderungen bei Einsätzen in privaten Wohnanlagen mit gesicherten Türen und den Einfluss schneller Rettungsmaßnahmen auf die Überlebenschancen von Opfern häuslicher Gewalt.
Für die Bewohner von Málaga und speziell Pinares de San Antón zeigt sich, wie wichtig schnelle und kreative Lösungen bei Notfällen sind. Die Polizei und Rettungskräfte müssen bei derartigen Einsätzen oft gegen verschlossene Türen ankämpfen, was lebenswichtige Minuten kosten kann. Die Region steht damit vor der Herausforderung, bei häuslicher Gewalt noch effektiver und schneller eingreifen zu können, um weitere Tragödien zu verhindern. Die Frau bleibt weiterhin intensivmedizinisch betreut, während die Ermittlungen zum Tatablauf fortgesetzt werden.
Quelle: 20minutos.es
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