In der Provinz Granada haben sich in nur zwei Tagen mehr als hundert Erdbeben ereignet, die erneut die Region erschüttert haben. Die am Freitagabend um 1.04 Uhr registrierte Hauptbeben erreichte eine Stärke von fünf auf der Richterskala. Trotz der beachtlichen Magnitude wurden bislang keine Personen verletzt, und die Schäden an Gebäuden halten sich überwiegend in Grenzen. Aufgrund der anhaltenden seismischen Aktivität wurden etwa 1.000 Inspektionsanfragen für Wohngebäude in Granada und den umliegenden Gemeinden gestellt.
Die meisten Anfragen gingen bei den städtischen Behörden und dem Feuerwehrdienst ein, die seit Beginn der Ereignisse alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert haben, um technische Prüfungen durchzuführen. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Hauptbeben bearbeiteten die Feuerwehrleute rund 225 Anrufe, von denen 70 Prozent auf Inspektionswünsche zurückzuführen waren. Bis zum Samstagabend wurden etwa 170 Einsätze zur Begutachtung und Stabilisierung von Gebäuden durchgeführt, vor allem in der Metropolregion, mit besonderem Fokus auf Ogíjares, das aufgrund seiner Nähe zum Epizentrum und seiner Topographie besonders betroffen ist.
Mehrere Häuser in Granada, insbesondere in den Vierteln Calle Marqués de Mondéjar, Alhamar und Ogíjares, mussten vorübergehend evakuiert werden. Die Feuerwehr konzentrierte sich bei den Maßnahmen darauf, lose Fassadenteile, Gesimse, Dachvorsprünge und Schornsteine zu sichern, da diese Bauteile bei Nachbeben besonders gefährlich sind. Ingenieure legen ein besonderes Augenmerk auf traditionelle Gebäude mit tragenden Ziegelmauerwerk-Wänden, da hier Risse an Fassaden und im Inneren der Wohnungen festgestellt wurden, die genauer untersucht werden müssen.
Das Viertel Zaidín, vor allem der Bereich Santa Adela, steht im Zentrum der Aufmerksamkeit, da dort zahlreiche ältere Wohnhäuser stehen, die teils über 50 Jahre alt sind. Viele Bewohner haben um eine Begutachtung ihrer Häuser gebeten. Die Bürgermeisterin von Granada, Marifrán Carazo, betonte, dass die Stadtverwaltung weiterhin alle gemeldeten Schäden prüfen und die Einsatzkräfte in Bereitschaft halten werde, um bei Bedarf schnell reagieren zu können.
Auch in der Nachbargemeinde Armilla wurden zwischen Samstag und Sonntag fast hundert Immobilien inspiziert. Die Bürgermeisterin Loli Cañavate berichtete, dass die Schäden meist oberflächlich seien und die Gebäudestruktur kaum beeinträchtigt wurde. Eine Ausnahme bildet ein älteres freistehendes Haus in der Calle Salamanca, dessen Dach einsturzgefährdet ist. Die allein lebende Bewohnerin wurde vorsorglich in einem Hotel untergebracht, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird.
Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, weiterhin vorsichtig zu sein, da Nachbeben weiterhin möglich sind, wenn auch voraussichtlich schwächer als das Hauptbeben. Den Betroffenen wird Unterstützung bei der Schadensmeldung und Versicherungshilfe angeboten. Die Situation wird weiterhin genau beobachtet, und die technischen Überprüfungen werden fortgesetzt, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten.
Quelle: surinenglish.com
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