Die Ernte der Tischoliven in der Provinz Málaga wird in der kommenden Saison voraussichtlich mehr als 65 Millionen Kilogramm erreichen. Diese Zahl wurde von der landwirtschaftlichen Organisation ASAJA Málaga bekanntgegeben. Trotz der hohen Produktionsmenge wird ein Teil der Oliven aufgrund der strengen Qualitätsanforderungen des Marktes nicht verkauft werden können. Neben den Tischoliven erwartet ASAJA Málaga zudem eine Produktion von über 70 Millionen Kilogramm Oliven, die für die Ölgewinnung bestimmt sind.
Die Bedeutung dieser Zahlen zeigt sich darin, dass Málaga eine der wichtigen Regionen für die Olivenproduktion in Spanien ist. Im gesamten Land wird die Ernte der Tischoliven für die Saison 2026/2027 auf etwa 477.000 Tonnen geschätzt, was jedoch unter dem Vorjahreswert von 498.000 Tonnen liegt. Die Sorte Hojiblanca ist dabei mit rund 240.000 Tonnen die bedeutendste, gefolgt von der Manzanilla mit etwa 128.000 Tonnen. Bei der Olivenölproduktion wird für die kommende Saison eine vorläufige Gesamtmenge von rund 1,6 Millionen Tonnen prognostiziert, was einen Anstieg gegenüber der vorherigen Saison mit 1,3 Millionen Tonnen bedeutet.
Betroffen von der Situation sind vor allem die Olivenbauern in Málaga, die mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen haben. Neben den Markteinschränkungen durch Qualitätsstandards erschweren steigende Kosten für Kraftstoffe und Düngemittel die Rentabilität der Betriebe. Zudem besteht ein Mangel an Arbeitskräften, und es wird auf eine zügige Auszahlung von staatlichen Hilfen für Schäden durch Unwetter gehofft. Diese Faktoren beeinflussen direkt die wirtschaftliche Lage der Landwirte und deren Möglichkeiten, die Produktion erfolgreich zu vermarkten.
Die jüngste Fachveranstaltung zum Olivenanbau in Antequera bot Raum, diese Themen zu diskutieren und einen Ausblick auf die kommende Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 zu geben. Dabei wurden insbesondere Änderungen bei den Förderkriterien erörtert, wie etwa die Einführung von Degressivität und neue Obergrenzen für Subventionen. Diese politischen Rahmenbedingungen werden künftig entscheidend für die finanzielle Unterstützung der Olivenbauern sein.
Neben wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen wirken sich auch klimatische Faktoren wie anhaltende Trockenheit, hohe Temperaturen und zunehmende Bodenversalzung negativ auf den Olivenanbau aus. Trotz der erwarteten hohen Erntemengen in Málaga wird sich zeigen müssen, wie viel der geernteten Oliven die Qualitätsanforderungen des Marktes tatsächlich erfüllen und somit verkaufsfähig sind.
Für die Olivenbauern in Málaga bedeutet dies, dass sie sich auf einen Markt einstellen müssen, der hohe Standards setzt und nur einen Teil der Ernte akzeptiert. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, wie sich die Produktion entwickelt und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Herausforderungen zu bewältigen. Die weitere Entwicklung der Förderpolitik und die tatsächliche Auszahlung von Hilfen werden dabei eine wichtige Rolle spielen.
Quelle: malagapress.com
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